Ärzte Zeitung, 05.04.2002
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Nur jeder fünfte Erwachsene weltweit bewegt sich ausreichend
WHO stellt Weltgesundheitstag am Sonntag unter das Motto Bewegung
NEU-ISENBURG (Smi). Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation bewegen sich weltweit bis zu 80 Prozent der erwachsenen Menschen nicht ausreichend. Grund genug für die WHO, den diesjährigen Weltgesundheitstag am Sonntag unter das Motto "Gesund leben - in Bewegung bleiben" zu stellen.
Die Organisation hat in Studien ermittelt, wie sich mangelnde Bewegung auf Dauer auswirkt. Demnach sterben jährlich etwa zwei Millionen Menschen an den Folgen ihrer Trägheit.
Jede dritte Krebserkrankung könne durch körperliche Aktivität, eine gesunde Ernährung und normales Körpergewicht verhindert werden, so die WHO. Studien in China, Finnland und den USA hätten ergeben, daß es schon nach moderaten Änderungen des Lebensstils fast 60 Prozent weniger Typ 2-Diabetes gäbe.
Bewegungsmangel ist außer schlechter Ernährung und Tabak-Konsum eine der drei Hauptursachen von bis zu 80 Prozent der frühzeitigen Herzkranzerkrankungen, so die WHO, die ein düsteres Bild für die Zukunft malt: Denn allein in China drohe in den kommenden zehn Jahren bei rund 200 Millionen Menschen Adipositas.
Die Situation in Deutschland ist ambivalent. "Die Deutschen bewegen sich zwar mehr als noch vor zehn Jahren, aber rund ein Viertel der Bevölkerung bewegt sich nicht ausreichend", sagt Christoph Breuer, Experte an der Deutschen Sporthochschule in Köln.
Dazu gehören auch viele Kinder. Dabei, so wirbt die Weltgesundheitsorganisation, könne Sport nicht nur die Entstehung von Krankheiten verhindern, sondern vermindere gerade bei Jugendlichen auch die Anfälligkeit für Drogen und Gewalt. "Zudem kann Sport das Gefühl von Isolierung und Einsamkeit bei den Älteren in der Gesellschaft reduzieren", heißt es bei der WHO.
Zentrum des Weltgesundheitstages ist in diesem Jahr die brasilianische Metropole Sao Paulo, wo sich viele junge und alte Menschen in einem Modellprojekt zusammengefunden haben, "um sich für ihre Gesundheit zu bewegen". Auch in Deutschland beteiligen sich viele Organisationen an Aktionen rund um die Bewegung.
Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Die Auswirkungen der Trägheit