Ärzte Zeitung, 25.03.2002
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Auch Münchner Studie belegt den Nutzen von Akupunktur bei Schmerz
Bei über 70 Prozent vermindern sich die Schmerzen - schon nach der sechsten Sitzung
MÜNCHEN (sto). Akupunktur vermindert bei über 70 Prozent der Patienten mit Kopf-, Rücken- oder Gelenkschmerzen die Beschwerden. Das zeigen erste Ergebnisse einer Beobachtungsstudie, die das Zentrum für naturheilkundliche Forschung an der TU München jetzt veröffentlicht hat.
Die Münchner Forscher begleiten das Modellvorhaben von zehn Ersatzkassen, mit dem Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Akupunktur geprüft werden soll.
Zur Erinnerung: Der Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen hatte Ende 2000 entschieden, daß Akupunktur keine Kassenleistung ist. Zugleich hatte der Ausschuß jedoch einer modellhaften Erprobung der Akupunktur bei den Indikationen chronische Kopf-, Lendenwirbelsäulen- und Osteoarthroseschmerzen zugestimmt. Drei Jahre lang können die Krankenkassen für diese Indikationen Modellvorhaben nach den §§ 63 bis 65 SGB V vornehmen, um Informationslücken zur Anwendung der Akupunktur in der ambulanten Versorgung schließen zu können.
Die jetzt vorgelegten Zwischenergebnisse, die auf der Behandlung von mehr als 45 000 Patienten beruhen, zeigen nach Angaben von Forschungsleiter Dr. Dieter Melchart bei über 50 Prozent der Patienten eine gute Wirksamkeit der Akupunktur. Bei 20 Prozent sei die Wirksamkeit sogar sehr gut gewesen. Bei den meisten Patienten sei die schmerzlindernde Wirkung bereits nach der sechsten Sitzung eingetreten, berichtete Melchart. Weitere Sitzungen hätten keine wesentlichen Verbesserungen mehr gebracht.
Das Modellvorhaben Akupunktur der Ersatzkassen umfaßt vier Teilbereiche: Außer der offenen Beobachtungsstudie, für die jetzt erste Ergebnisse vorgelegt wurden, gibt es noch zwei randomisierte Studien. In der einen erhalten die Patienten verschiedene Arten von Akupunktur, in der anderen wird die Wirksamkeit der Akupunktur bei Migräne im Vergleich zu einer medikamentösen Therapie getestet. Der vierte Teilbereich betrifft die Aufarbeitung von Studien zur Akupunktur-Forschung.