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Erste Trends:
Traumnoten für die Akupunktur
Bundesweite Akupunkturstudie zeigt: Bei fast 90 Prozent der Schmerzpatienten
stellen Forscher Linderung fest
BERLIN (rv/cl). Wenn konventionelle Schmerzbehandlung
nicht mehr greift, ist die Akupunktur in 30 Prozent aller Fälle der
Rettungsanker. Doch ihre dauerhafte schmerzlindernde Wirkung ist bislang
nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Das wollen die GKV-Bundesverbände
jetzt mit der weltweit größten Akupunkturstudie nachholen.
Bis Ende 2003 soll damit die Voraussetzung für eine Aufnahme in den
Leistungskatalog geschaffen werden. Kosten: 7,5 Millionen Euro.
Die GKV folge mit der Studie einem Beschluß des Bundesausschusses
Ärzte und Krankenkassen vom Oktober 2000, erklärte Studien-Hauptinitiator
Professor Norbert Schmacke vom AOK Bundesverband in Berlin. "Die
Kassen sind extrem daran interessiert, den Nebel über der Akupunktur
zu lichten. Nicht glauben, sondern wissen, daß sie hilft",
sei wichtig.
Im März 2001 lief die Studie an. Sie wird von den Biometrischen Instituten
der Universitäten Bochum, Heidelberg, Mainz, und Marburg wissenschaftlich
begleitet. Bislang liegen 400 000 Einzelbehandlungsdaten von 40 000
Patienten zu den vier exemplarischen chronischen Erkrankungen Gelenkverschleiß,
Spannungskopfschmerz, Migräne und Kreuzschmerz vor.
Ergebnis: Bei fast 90 Prozent der Patienten stellten die Forscher eine
Linderung der jeweiligen Beschwerden fest. In mehr als der Hälfte
der Fälle traten die Linderungen bereits nach weniger als zwei Wochen
oder vier Behandlungen auf.
"Wir wollen Klarheit in die diffuse Struktur der bisherigen Leitlinien
bringen", betont Professor Dr. Michael Zenz von der federführende
Ruhr-Universität Bochum. Keine nichtmedikamentöse Methode habe
eine so universelle Verbreitung in der Schmerztherapie wie die Akupunktur;
keine andere sei auf diesem Gebiet aber auch so wenig wissenschaftlich
untermauert.
Gegenwärtig behandeln bundesweit 40 000 Ärzte mit Akupunktur.
Lediglich 15 000 verfügen über eine zertifizierte Grundausbildung.
Bisher sind 7309 Prüfärzte für die Studie ackreditiert.
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